Kinderaugen*Kulinarisches*Kultur*Kambodscha!

17.03.2009

Dear Adrian and Uta,

Hope you are enjoing your holiday well,
We have to send you lots of regards and love from our heart!
Thanks for your great help for dental clinic .And some of poor children were luck to get treatments from you i hope it is great feeling for you both too.
WE MISS YOU BOTH SOOOO MUCH!!!!!!! Please give our best regrads all the people who support to collect generous donations for Angkhor hospital for children ,

Many thanks and lots of love
Geetha, Phaly, Nareth, Leang and Naren

Best regards    

Geetha Welabada    
Dental Project Advisor 
Angkor Hospital for Children (AHC) 
P.O. Box 50, Siem Reap
Kingdom of Cambodia,
www.angkorhospital.org

 

 

 

 

 

 

Dezember 2008: Danksagung an alle Spender für ihre Unterstützung in Form von Sach- oder Geldspenden

für unser neues Projekt Kambodscha 2009

 

Liebe Kinder, sehr geehrte Helferinnen und Helfer, Spenderinnen und Spender, Freundinnen und Freude,

 
Seit dem Jahr 1998 haben einige Zahnärzte aus der halleschen Zahnklinik an verschiedenen Hilfsprojekten mitgearbeitet. Alle diese Einsätze werden von jedem Teilnehmer privat finanziert und in seinem Urlaub durchgeführt. Da es sich immer um die Privatinitiative von Einzelpersonen handelte, war es schon immer schwer, Sponsoren in der Wirtschaft und Spendenunterstützung zu erhalten.

Mit der Gründung des Vereins „Zahnärzte und Helfer für Kinder in Not e.V.“ im Jahr 2003 helfen wir  bei der Durchführung zahnärztlichen Hilfsprojekte und den Aufbau von neuen Projekten in verschiedenen Ländern der Welt. Einen kleinen Einblick vermittelt unsere Internetseite www.cepillo.de.

Im Februar 2009 führen wir einen erneuten Einsatz in Kambodscha durch, bei dem neben der Untersuchung und Behandlung von Kindern aus armen Familien auch die bestehende Infrastruktur im zahnmedizinischen Bereich verbessert werden soll. Kinder in abgelegenen Gebieten sollen besser und nicht nur provisorisch versorgt werden. Vor Ort befindet sich bereits eine zahnärztliche Station, deren technische Ausstattung noch nicht abgeschlossen ist. Weiterhin müssen alle Verbrauchsmaterialien und Behandlungsmittel nachgefüllt werden. Wir arbeiten bei diesem Projekt im Angkor Hospital for Children www.angkorhospital.org, betrieben von der Organisation „ Friends without borders“, gemeinsam mit einigen Ärzten aus anderen Fachgebieten,. Das Krankenhaus lebt insbesondere von den Spenden der Ärzte, die vor Ort im Einsatz sind. Das Krankenhaus betreibt seit einigen Jahren eine mobile Dental-Einheit  für Außeneinsätze, die es ermöglicht, auch die Ärmsten der Armen in abgelegenen Gebieten zu erreichen.

 

Die Unterstützung unserer Flohmarktaktionen durch Eure/Ihre Sachspenden haben in diesem Jahr einen Erlös von 516,12 Euro erzielt.

Die Einnahmen aus der Spendenbüchse in der Zahnarztpraxis betrugen durch Eure/Ihre Geldspenden 150 Euro.

 Die direkten Geldspenden auf unser Vereinskonto betrugen insgesamt 100 Euro.

 Dieses Geld wird für den Einkauf von Medikamenten, Instrumenten, Desinfektionsmitteln und für die Durchführung des Einsatzes vor Ort verwendet.

 

Der Verein „Zahnärzte und Helfer für Kinder in Not e.V“ sowie das Team der Zahnarztpraxis Dr. Kozlowski möchte sich bei Euch/Ihnen allen recht herzlich für Eure/Ihre Hilfe in diesem Jahr bedanken. Ihr/Sie ermöglicht/en es uns, diese Projekte, die wir zum überwiegenden Teil privat finanzieren, durchzuführen und leistet/en einen erheblichen Beitrag, unabhängig davon, welcher Art Eure/Ihre Spende ist.
Wir sind begeistert, gewahr der großen Resonanz.
 

Wir wünschen Euch/Ihnen eine besinnliche und ruhige Adventszeit im Kreise Eurer/Ihrer Lieben und einen erfolgreichen Start ins neue Jahr 2009

 

 

*****

Im Land des Kondors

Ein zahnärztliches Hilfsprojekt in Bolivien - Begegnungen und Entdeckungen

 

 

04.03.2003

Abflug von Leipzig über Frankfurt nach Sao Paulo. Spannung und Erwartung.

05.03.2003

 

 

Transit in Sao Paulo

 

 

Ein paar Espresso, etwas zu lesen, ein paar Telefonate über den Ocean. Bis Cochabamba ging alles ganz schnell. Beim Zoll mit unserem Schreiben von der KNH keine Probleme.
Hilfsorganisationen scheinen willkommen.
Dann endlich da!
Ein freundlicher Empfang am Airport durch den Chef der KNH Bolivia Don Alberto, dann direkt zum Hotel "Regina".
Danach erste Stadterkundung. Eine nette Stadt, recht sauber und unglaublich warme Temperaturen. Dann bekamen wir im Hotel die wohlverdiente Dusche, etwas Ruhe und gegen sieben ging es zum Essen mit dem KNH-Chef.
Der Abend war erfolgreich - leider beim Nobelitaliener der Stadt.
Der Plan scheint jetzt optimal.
Adrian und Willi sind noch um den Block gezogen und waren in einer Karaoke-Bar.

06.03.2003

 

Sind halb neun vom Hotel abgeholt worden und zuerst ins KNH Office gefahren.
Ab zehn war Arbeit angesagt in einer angemieteten ZAP in einer Garage. 100USD Miete pro Tag!!!
Und dann diese Augen ... große, braune, liebe, etwas ängstliche Augen. Sie sind so lieb und herzig, mit zerrissener Kleidung und alle so mager. Manche Träne rollt, doch wenn wir fertig sind lächeln sie wieder und sind froh. Mittagessen gab es im Projekt Raymi gleich um die Ecke.
Wir haben 45 Kinder behandelt. Die ganz ängstlichen habe ich auf mich gesetzt und festgehalten.
Halb neun haben wir die Garage verlassen.
Zum Abendessen gab es Grillteller .. bolivianisch. Morgen geht es um acht Uhr wieder los.

07.03.2003

Viertel nach acht ging es heute los. Mit einer halben Stunde Mittag standen wir bis abends um acht in der Garage und zum Zähne ziehen im Freien. Die Kleinen sind süß, jedoch ab sechs Uhr konnten wir nicht mehr. Es standen aber immer noch genug Kids draußen. Hans hat uns zum Hotel gefahren. Er ist Holländer und missioniert seit 30 Jahren durch die Welt. 12 Jahre lebt er in Bolivien, hat eine bolivianische Frau und zwei Kinder.

Morgen ist großer Karnevals-Festumzug in Cochabamba. Das ist das Ereignis des Jahres, aber wir werden bis abends arbeiten müssen, um alle Kinder zu schaffen. Wir kommen gerade vom Essen. Es gab gemeines Pollo ... was sonst.

08.03.2003

Gegen sieben aufstehen. Heute sollten wir eigentlich nur bis Mittag arbeiten um den großen Karnevalsumzug mitzuerleben. Daraus wird aber sicher nichts. Ab neun waren wir in unserer Garage. Uta und ich waren am Stuhl. Eppi hat (es) mit Willi auf dem(n) Hof "gezogen".

Es waren wieder 50 Kinder und bei 90% richtig großer Behandlungsbedarf. Die Kinder nehmen ihre Kalorien über Cola und .hnlich süße Dinge auf.
Das süßeste von den Kindern war Heidi .. fünf Jahre alt und einfach zum Einpacken und Mitnehmen. Gegen vier war dann Schluss und wir sind noch mal im Projekt gewesen.
So viele Gebete und gute Wünsche, die uns begleiten .. Uns kann nichts passieren.
Jeder von uns hat ein Abschiedsgeschenk. Ein T-Shirt, eine Karte mit einem Stickbild und einen Kugelschreiberhalter. Cecilia, ihr Mann, Hans und seine Frau (Mitarbeiter des Projektes) haben uns verabschiedet. Hans hat uns zurück ins Hotel gefahren.
Zum Abend gab es Silpancho de Pollo  "panierte Serviette"  nicht schlecht, aber immer so fettig. Der Umzug war in vollem Gange mit lauter Musik und wilden Tänzern. Es ist hierzulande üblich, mit Spritzpistolen, Schaumsprayflaschen und Wasser gefüllten Luftballons durch die Gegend zu schießen, leider aber auch überall hinzuurinieren. Wir waren ziemlich fertig und sind schon um sieben im Hotel gewesen. Die Taschen für Chillavi sind schon gepackt.
Der Vier- Tage Abenteuertrip kann beginnen. Don Alberto "Schweizer" ist noch mal gekommen, hat uns Schokolade gebracht und unsere Schmutzwäsche abgeholt .. Master of KNH - Bolivia!! Mit Havanna-Club, Udo Jürgens und Formel 1 gab`s noch ein kleines Happening und alle sind dabei eingeschlafen - total fertig.

09.03.2003

Halb sechs aufgestanden, den Pickup beladen, auf dem schon eine komplette Einheit, Kompressor, Notstromaggregat standen. Langsam ging es aufwärts von 2800m bis teilweise über 4600m. Zwischendurch eine kleine Rast - Frühstück. Uns bekommt die Höhe noch nicht so gut.
Ich habe mich in Cochabamba erkältet - keiner weiß wo und wie.

Mein Kopf platzt bald. Habe jede Menge Koka gekaut - das hilft und macht auch ein wenig euphorisch. Nach 9h durch das Hochland der Anden auf Wegen und solchen, die diese Bezeichnung nicht verdienen.
An der ersten Siedlung des Projektes angekommen - herzlicher Empfang und etwas zu essen. Papa, Chunio (dehydrierte Trockenkartoffel) und Ziegenkäse. Auf einer Steinmauer lag Lamafleisch zum trocknen. Noch eine Stunde Fahrt und dann endlich da.
6 Stunden für die ersten 100 Km und 3 Stunden für die letzten 20 Km immer im Geländegang und teilweise bis zu den Trittbrettern im Schlamm.

Ein verkommenes Steinhaus heben wir bezogen, in dem einmal im Jahr der Gesundheitsberater "praktiziert". Haben ein Matratzenlager errichtet und im Zimmer nebenan ohne Licht - die Küche. Ich habe mit Esteban (Fahrer und Betreuer des Projektes) die Einheit aufgebaut und Motor, Turbine und Rüttler in Gang gebracht. Eine superfreundliche Begrüßung - die ganze Gemeinde auf den Beinen. Benedicto (KNH) hat eine Ansprache gehalten und uns vorgestellt. Alles funktioniert und Eppi hat gleich noch drei Schmerzpatienten vor dem dunkel werden behandelt. Sie hatten im Radio gehört, dass wir kommen und sich sogleich auf einen 4h - Marsch zu uns begeben. Das ganze Dorf steht entweder am Fenster oder im Haus.
Alle sind überneugierig, wie dass so ist mit den Zahnärzten. Die kleinen Kinder sind fast alle barfuss und verrotzt, aber sooo lieb und fröhlich. Zum Abendessen gab es Papa, Reis, Tomate, Zwiebel und Ei. Eine wunderbar klare und sehr kalte Nacht, in der wir uns warm angezogen und schnell im Schlafsack verkrochen haben.

PS: Esteban läuft immer barfuss in Latschen herum - mui frio (span.: sehr kalt).

10.03.2003

6.00 Uhr mit dem ersten Hahnenschrei sind alle wach.
Wälze mich seit 5 Uhr im Schlafsack herum. Die morgendliche Wäsche am Bach ist sehr erfrischend. Das Wasser kommt hoch aus den Bergen und ist somit extrem kalt. Frühstück mit Kaffee und Brot - 9.00 Uhr Arbeitsbeginn.
Die Extraktionen sind meist sehr schwer, aber wir haben bislang alles herausbekommen.
Gegen elf lag ein Duft von Mittagessen in der Luft, was die Arbeitsmoral der Truppe nochmals steigert. Willi geht es heute schlecht.
Meine Erkältung und die von Eppi lässt nach, aber man sieht schon nach wenigen Behandlungen, wie die Kraft schnell schwindet. Zum Mittag gab es Suppe mit Lamafleisch.
Die Arbeit geht gut voran und am Nachmittag ist Eppi nicht tot zu kriegen. Ich drehe Tupfer und Watte- Pellets. Habe auch schon Teile der Einheit auseinandergenommen, bis sich herausstellte, dass am Kompressor nur ein Schlauchdefekt war.
Das Allerbeste ist unser Klo - eine tolle Latrine zwischen Felsbrocken mit Wellblech umbaut. Ein schönes Loch mit ebenen Trittsteinen. Sie ist sehr kommunikativ zum Dorf hin geöffnet, so dass einen jeder in der Ferne sehen kann. Im Laufe des Tages machten wir die Bekanntschaft mit Lorenzo und haben Ihn lieben gelernt.
Es ist ein handzahmes Lama, dass wie ein Haushund aufgezogen wurde. Zum Abendessen heute mit Grillfleisch, Nudeln und Kartoffeln hat Willi revolution-re Reden geführt und über die allgemeine Lage diskutiert.

11.03.2003

Ich wecke alle heute mit Kultmusik!
Nach Morgenwäsche und Frühstück war Arbeitsbeginn schon um acht. Weil es die ganze Nacht geregnet hat und die Wege total aufgeweicht sind, blieben einige LKWs stecken. Der Morgen begann daher etwas schleppend. Gegen zehn wurde es dann schlagartig voll. Es wurde Familienweise behandelt. Ich habe alle angetrieben und versucht bei Laune zu halten. Nur eine halbe Stunde Mittag dann ging es weiter. Von ganz klein bis zu den Alten war alles dabei.
Es waren ca. 70 Patienten heute. Wir sind ein klasse Team. Jeder gibt dem anderen Kraft, sorgt sich um dessen Wohlergehen und stellt dabei sein eigenes in den Hintergrund.
Am Abend waren wir völlig alle. Mir war so übel, dass ich nicht essen konnte und mein Rücken war kaputt.

Esteban und Benedicto haben erzählt, dass sie selbst und noch weniger die Menschen hier begreifen können, dass es Leute wie uns gibt, die freiwillig und auf eigene Kosten in diese gottverlassene Gegend kommen um hier zu helfen, wo die Not am größten ist.

Noch nie hat sich ein Zahnarzt hierher verirrt. Nur einige wenige waren in der Stadt bei einem. Für 22000 Menschen in diesem Bergland gibt es nur einen ZA. Benedicto ist 37, hat Frau und 4 Kinder (3Mä.,1Ju.)(10,8,6,4). Er war schon Bürgermeister, Politiker, hat während des Studiums im Krankenhaus gearbeitet und meint aber, dass er jetzt in den Projekten besser helfen kann. Es ist heute unsere letzte Nacht hier.
Morgen gibt es ein kleines Abschiedsgrillfest. Wir haben vorhin draußen gestanden und zum letzten mal den Sternenhimmel über den Bergen und die Bergluft genossen und das "magische Dreieck" gebildet.

12.03.2003

Die erste Woche ist nun um und unsere Zeit in Chillavi nähert sich ihrem Ende. Alle waren schon viertel nach sechs munter. Ich bin schon am Bach zum Waschen gewesen. Die anderen lesen noch und wir hören "Mana". Heute war Prophylaxestunde mit den Schulkindern direkt vor unserem Dental-Departement.
Die Spezialisten aus Deutschland haben vorgeputzt und die Kleinen haben versucht es nachzumachen. Danach gab es eine kleine Reihenuntersuchung, um die dringenden Fälle noch zu behandeln. Ich habe mit Uta am Vormittag Schmerzsprechstunde abgehalten. Zum Schluss hat noch mal das komplette Team behandelt. Nach dem Mittagessen mit einem kleinen krönenden Serveza haben wir unsere "Praxis" zerlegt, verpackt und auf den Pickup verladen.
Noch ein Abschiedsfoto und dann Abfahrt in Richtung Zivilisation. Nach 1,5 h Fahrt und 12 Km Wegstrecke ein Zwischenstop und das Problem, dass wir noch mal aufbauen sollten - unmöglich. Nach langer Diskussion und 20 Zahnbürsten, dann die Weiterfahrt.

Am Wegesrand Lamas, Schafe und Alpaccas und umringt von den Berggipfeln. 3h für die ersten 20 Km und noch 100 vor uns. Die Hälfte des Weges ist Willi hinten auf der Ladefläche Rodeo geritten. Er hat mit mir Estebans Mischung aus Koka und 96%igem probiert - geht sofort ins Hirn. Und damit ist Esteban noch diesen halsbrecherischen Serpentinenweg gefahren (viele Kreuze am Weg). Nach Stunden und steif vor Dreck zurück am Hotel. Don Alberto hat uns schon erwartet. Haben uns für morgen mit Benedicto und Esteban zum Fischessen verabredet.

Die Dusche war ein Genuss dann noch ein schnelles Abendessen und völlig tot ab ins Bett.

13.03.2003

Willi hat heute geweckt. Ich bin erledigt - kein Wunder. Schon halb acht und die Glieder sind schwer - viel zu schwer um aufzustehen. Nach dem Frühstück mit brasilianischem Kaffee und Croissants ging es zur Arbeit.
Heute haben wir die Arbeit im Projekt Mana begonnen. Wieder in einer Garage und die Unit in bad condition. Mittlerweile benötigen wir nur noch 20min um einsatzfähig zu sein. Eppi und Willi haben voruntersucht und ich habe Uta beim behandeln assistiert. Stelle mich als Sprechstundenhilfe gar nicht so schlecht an. Drei kleine, besonders ängstliche Patienten hat Onkel Kotte auch festhalten m-ssen - es musste sein. Mittagessen gab es im Projekt. Sehr leckeres Pique de macho - "die Spitze des Mannes" - Papas fritas, Wurst, Carne, Zwiebeln und Tomaten mit Majo das ganze irgendwie wie Kartoffelpfanne im "Haus". Nachmittags waren wir wieder in der Garage, bis zu dem Moment als das Licht ausging. POWER-CUT!
Don Alberto hat uns abgeholt und für morgen einen Generator versprochen, d.h. für den morgigen Tag Arbeit bis in den späten Abend bis zum Ultimo. Wir sind auf den Markt gefahren und haben mal ein wenig nach den typischen Mitbringseln und Andenken gekramt, aber im Moment ist das freie Packvolumen noch sehr reduziert. Somit verschieben sich die Einkäufe wohl auf La Paz.

Aber die Verhandelbarkeit der Preise schon einmal zu testen, kann ja nicht schaden.

14.03.2003

 

 

Wir leben noch!

 

 

Wir haben heute die Arbeit in Mana fortgesetzt. Es gab keinen Generator. Ich habe heute ganz kleine, kleine, mittlere und größere Kinder behandelt. Alles musste sehr schnell gehen. Am Ende war es wie am Fleißband, dass alle noch drankommen. Mittags waren wir im Projekt, wo die kleinen zu Mittag aßen. Es war zu süß. Hier können sie einfach nur spielende, träumende und lachende Kinder sein, die satt zu essen haben. Nach dem Mittag in unserer Dental-Garage hat eines der Kinder den Stecker eines Fernsehers in eine falsche Steckdose gesteckt, worauf dieser zu rauchen und qualmen anfing. Noch etwas länger und er wäre abgebrannt. Don Alberto hat uns im KNH-Office noch tolle Bilder aus Chillavi gezeigt, die Benedicto gemacht hat.
Er will sie mir per e-mail schicken, dann können wir sie in der Welt verteilen. Heute ging es früh zu Bett, denn morgen brechen wir zum 2. Mal auf in die Berge.

15.03.2003

Wir sind um 6:30 Uhr nach Tacopaya aufgebrochen. Ein ganzes Stück ging es die Panamericana entlang und irgendwann links einen kleinen Weg hinein. Die Straße ist glücklicherweise nicht ganz so schlecht wie nach Chillavi. Ich habe beinahe die ganze Zeit mit Schlafen verbracht. Am Eingang des Tales haben wir eine Pause gemach. In der Tiefe eine breites Flussbett mit einem Rinnsal, ringsum grüne Berge - eigentlich sehr schön. Am Fluss entlang eine alte Eisenbahnlinie - teilweise zugewachsen und längst vergessen. So wie dieser Ort auch längst vergessen scheint. Wir halten an der anderen Seite des Flusses am Haus der Deutsch-bolivianischen Gesellschaft. Es ist so eine Art kleine Pension - welch ein Luxus. Wir haben gleich unsere persönlichen Dinge abgeladen. Durch eine Toreinfahrt hindurch in einen sehr netten, friedlichen Garten. Im Haus der Gesundheitsberaterin wurde gerade eine alte, überholte Ritter-Einheit aufgebaut.
Nachdem wir sie gangbar gemacht haben, konnte es losgehen. Es gab einen großen Menschenandrang. Von 2 bis halb 7 waren es 45 Patienten - Eppi in Hochform! Wir anderen heute nur Statisten, die zum Gelingen beitragen. Nach dem leckeren Abendessen gab es noch eine kleine Unterhaltung mit Benedicto und Norma der Frauenbeauftragten des Projektes an einem kleinen Tisch in dem kleinen Garten. Eine erste Skatrunde.

16.03.2003

"Eine Frau muss schwanger sein" so lautet der verbreitete Glaube unter den Einheimischen. Es ist Sonntag - Markttag. Außer ein paar wenigen Marktfrauen mit Ihren Gemüsen und Pfirsichen am Rand unseres Weges ins Departement merken wir davon wenig. Heute ist Großkampftag. Am Vormittag schon 63 kleine und große Patienten - Eppi unser Füllungs-D-Zug und Onkel Kotte die Extraktionslokomotive auf dem anderen Stuhl. Willi konnte heute seinen ersten oberen rechten Siebener ziehen. Welch Ereignis! Dafür muss er in La Paz einen ausgeben. Mittags waren alle völlig fertig. Es gab eine Süppchen und dann schnell ab ins Bett. Halb drei waren wir alle wieder an der Arbeit, nur Benedicto und Norma haben gefehlt. Uns war nicht aufgefallen, dass Norma in Ihrem Bett geschlafen hat, als wir gingen. Ich lief zurück, habe sie geweckt und uns von einer der Marktfrauen ein paar Pfirsiche erstanden.(1Bs). Am Nachmittag war Rentnersprechstunde und halb sieben war keiner mehr da. Wir sind im Hellen zurück gegangen! Noch ein kurzer Ausflug zum Fluss und dann Abendessen (Pollo, Reis, Papa, Salat). Heute war Rekordtag - 96 Patienten und wir hätten noch mehr machen können.

17.03.2003

Es hat die ganze Nacht geregnet! Was ein Schreck - der kleine Fluss ist zum gewaltigen Strom angewachsen, was bei der derzeitigen Wetterlage unsere morgige Rückreise in Frage stellt. Es hat fast den ganzen Tag geregnet. Hab heute nur Hilfsdienst geleistet. Uti hat den ganzen Tag behandelt. Großartige Leistung! Sie hat gefüllt und extrahiert wie ein junger Gott. Eppi hat ältere Damen und Herren entzahnt.

Willi mit am Stuhl und auch bei einigen Extraktionen als Hauptakteur. Und ich tanzender und spielender Weise mittendrin. Hab mit der ganz kleinen Tochter unserer Köchin Spaß gemacht, bis die gesamte Familie saniert war. Dafür gab es heute ein besonders leckeres Abschiedsessen. Unsere allabendliche Runde hat schon eine gewisse Lagerromantik. Frischer Tee aus gerade gepflückten Kräutern aus dem kleinen Garten und frisch gebrüht in einem alten grünen Eisenkessel. Die Kälte kriecht überall hin, da werden wir früh zu Bett gehen.
Morgen behandeln wir noch mal und dann noch die beschwerliche Reise nach La Paz.

18.03.2003

Wir waren relativ zeitig wach. Schnell ging es ins Bad, noch zwei Brötchen und dann zur Arbeit. Ich habe EPPI heute frei gegeben, dass sie mal auf einen Berg steigen kann, wenn sie schon nicht auf den Huyana Potosi hinauf kommt. Die Sprechstunde lief etwas schleppend, es waren alles schwere Fälle. Eppi kam erst spät zurück und hat dann die rückwärtigen Dienste geleitet. Um ein Uhr waren wir fertig - la Ultima! Abbau in Rekordzeit, verladen, schnell noch ein Süppchen und es ging los. Vorher habe ich noch kurz mit der kleinsten Tochter der Köchin gespielt. Glücklicherweise war nach der wunderbaren Nacht heute Traumwetter.

Eppi hat sich zwar bei Ihrem Aufstieg verbrannt, aber der Fluß war dafür befahrbar. Nach dreieinhalb Stunden Fahrt waren wir zurück in Cochabamba. Die Familie von Don Alberto wohnt in einem bewachten Villenviertel. Sie sind vorher schon zwei Mal komplett ausgeraubt worden. Die Dame des Hauses ist eine ganz reizende Person. Man merkt gleich, wer hier die Hosen an hat. Alberto hat hier nichts zu sagen. Endlich noch mal eine Dusche. T r a u m h a f t.
Ein leckeres Abendessen - Fleischkäse, Ka-brei, Bohnen, Möhrchen, Tomatensalat, Pudding, Wein und Limonade. Wir wurden vielfach bedankt und in Gebete eingeschlossen und beschenkt. Für die Damen gab es leichte Ponchos und für die Herren kleine Wandteppiche. Nach dem Essen haben wir uns herzlich verabschiedet und am KNH - Office die restlichen Sachen aufgenommen. Benedicto hat extra für mich Coca-Blätter gekauft und erwartete uns bereits am Bus-Bahnhof. Nach einem leckeren starken Kaffee ging es in den Bus. Don Alberto hat den luxeriösesten herausgesucht (für 2,50). Willi liest immer noch der "Herr der Ringe" und ich schreibe. Wir fahren über eines der Dächer dieser Welt. Die Panamericana liegt hier beinahe durchweg über 4000m.

Ringsumher liegen tiefe Täler mit Lichtern gleich Stecknadeln in der finsteren Nacht. Weit voraus ein Gewitter mit nachterhellenden Blitzen.

19.03.2003

 

 

La Paz!!

 

 

Eine pulsierende Großstadt. Wir haben nicht lange geschlafen und gegen Mittag die uralte KaVo-Einheit in der Fundation La Paz besichtigt. Sie sieht gut aus, funktioniert aber mehr schlecht als recht. Eppi hat behandelt und ich habe gezogen. Wir haben nur 25 Kinder geschafft, denn sie sind etwas schwierig. Wir haben einen kleinen Stadtrundgang gemacht und sind einmal angespuckt worden, weil wir Ausländer sind. Am Abend haben uns unsere Gelüste in den Lido-Grill geführt. Es gab Pique de Macho. Willi und ich sind anschließend noch ausgiebig über die Märkte geschlendert. Den Mädels habe ich zum Abschied noch eine Rose geschenkt.
Am Ende sind wir in einer Disko - direkt neben dem Hotel - gelandet, haben viel zu viele Kuba libre getrunken und sind leicht abgestürzt. Wir konnten noch einige sehr nette Leute kennen lernen.

20.03.2003

Die Höhe macht uns heute bei der Arbeit etwas zu schaffen. In der beigehaltenen Arbeitsteilung ist es aber möglich das Pensum zu schaffen. Mittag im Projekt und dann kurz ins Hotel. Ab dem heutigen Nachmittag bekommt jeder für die Behandlung eine Spritze. Das macht es wesentlich ruhiger und einfacher. Am Abend nach vollbrachtem Tagwerk waren wir mit Benedicto und der Projektleiterin Casta zum Essen im Grillrestaurant. Eine Klassefrau, sehr engagiert und besorgt alles. Sie ist ein Segen für die Kinder. Sie hat uns die Altstadt gezeigt und in eine Künstlerkneipe geführt, die gerade neue eröffnet hatte. Zufällig saß an unserem Tisch mir gegenüber ein Bolivianer, der in der Nähe von Tübingen (Nörtingen - H. Schmidt!) an einer freien Kunstschule gelernt hatte. Es war ein feucht - fröhlicher Abend mit Dumbodrinks und Cocablättern. Die Wolken hängen heute tief im Talkessel von La Paz - ringsum die Lichter der oberen Viertel, die bis in den Himmel reichen. Die obersten Letzten sind bereits durch Wolken verhüllt. Eine faszinierende Stadt! Willi und ich liegen noch auf dem Bett und hören "Mana" -was sonst.

21.03.2003

Es regnet in Strömen. Gerade aufgewacht vernahm ich das prasselnde Geräusch. Lustloses duschen, anziehen und frühstücken. Die Kinder haben schon auf uns gewartet. Unglaublich viel Arbeit gibt es hier bei jedem einzelnen Kind. Es waren wieder gut 25 am Vormittag und dabei waren wieder einige "Sirenen". Mittags im Projekt gab es Sardinenähnlichen Fisch, eine Maisart und Trockenkartoffeln. Nach dem Mittag bin ich vom Hotel direkt zum Projekt gegangen, weil bei den Mädels niemand die Tür geöffnet hatte. Unsere beiden Lieben haben aber nur tief und fest geschlafen. Willi und ich haben derweil schon ein wenig zu arbeiten begonnen.
Später komplettierten unsere beide lieben Damen wieder das Team. Willi war mittags mit Casta eine neue Jacke kaufen. Sie haben als Mutter und Sohn einen guten Preis erzielt. Auch sie war sichtlich stolz über diesen Erfolg. Am Abend ging es mit ihr und Benedicto zum Italiener am Prado. Pizza, Pasta und Knobibrot - super lecker - und dazu noch Pina Colada und White Russian. Ich habe mit Casta auf dem Prado mitten auf der Straße getanzt und wir sind noch ein wenig durch die pulsierende Stadt spaziert. La Paz ist ein einziger Straßenmarkt. Bis 23.00 Uhr ist da alles zu haben. Als die anderen ins Hotel gingen, war ich noch einmal auf der Suche nach einer Internet - facility, aber ohne Erfolg. Statt dessen habe ich von gutaussehenden Damen kommerzielle Nachtangebote erhalten.

Nach einer kurzen Waschstunde im Hotel liegen wir nun auf dem Bett. Willi hat sich schon zum schlafen rumgedreht.

22.03.2003

Unser letzter Arbeitstag!

 

Heute sind wir etwas zeitiger aufgestanden als sonst. Kurz nach 08.30 Uhr haben wir angefangen zu arbeiten. Alles Kinder und Jugendliche von der Straße - geschlagen, vergewaltigt, Prostitution, Schuhputzer. Ich habe heute gebohrt und die ganz schwierigen ausgegraben. Uta hat mit Willi zusammen Z-hne gezogen und Eppi hat mir assistiert und eine kleine Inventur gemacht. Vor 12.00 Uhr haben wir gut 25 Patienten geschafft. Nach einem schnellen Mittagessen (Gemüsebratling, Reis und gebackene Bananen) sind wir direkt ins Hotel gegangen. Am Nachmittag haben wir vergeblich auf Patienten gewartet, die Medikamente verteilt und Benedicto die Tasche für die N-chsten fertiggemacht, die nach Bolivien kommen.
Im Hotel haben wir uns von Benedicto verabschiedet. Ich werde sein "Hui" immer im Kopf behalten und vermissen. Er ist ein unglaublicher Mann. Er kam nur mit einem Rucksack nach La Paz.
Sein Studium hat er als Bäcker und Schneider verdient und sein Leben in den Dienst der Indigenen Bevölkerung und der Kinder gestellt. Im Calle Mexiko und den umliegenden Straßen haben wir allerlei Dinge gekauft und in einer Travel Agency unsere Salar - Tour organisiert. Im Hotel haben wir Willi zum Abendessen abgeholt. Zur Feier des Tages im Hotel Plaza - dem Besten was Bolivien zu bieten hat. Ein traumhafter Blick über die Lichter der Stadt und das hektische Treiben eröffnete sich im Dachrestaurant.
Auf dem Rückweg hat mich auf dem Prado ein Straßenjunge angesprochen. Ich wollte ihm schon ein paar Bolivianos geben, da sagte er "Doktor, Du hast mich geheilt, Du hast mir eine Füllung gegeben!" - das war das Größte. Er hatte mich wiedererkannt und diese lachenden Kinderaugen!!

erlebt und geschrieben von: Adrian Kozlowski

 

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